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Am 22. April 1870 wurde V.I. Lenin geboren

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Am 22. April 1870 wurde V.I. Lenin geboren

   

 

Vladimir Lenin und die Ukraine

(in Thesen)

Genosse der „Alternantiven“ -

kommari.livejournal.com/2388605.html

1. Der Majdan hatte zwei Wendepunkte (für mich, und nicht nur für mich). Und beide haben etwas mit Lenin zu tun. Der erste fand statt, als die Majdaner das Denkmal Il’ičs in Kiew stürzten und in Stücke schlugen, – als ihr faschistishes Wutgeschrei aus den Debatten um die Bedeutung der EU hervorbrach. Und der zweite lag in der Zeit, als die Banden der ethno-faschistischen Banausen in den Südosten vordrangen, um dort dasselbe zu veranstalten, als es dem Volk aus bestimmten Gründen missfiel, dass irgendwelche mit Knüppeln bewaffnete Halbstarke in seinem Namen darüber entscheiden wollten, welche Denkmale in seinen Grünanlagen stehen sollen, und als das Volk begann, die Faschos einfach zu verprügeln (in bestimmten Abständen war dies in Charkov Ausdruck öffentlichen Hohns). Lenin (und die mit ihm verknüpfte Ideologie) standen und stehen dabei nie direkt im Mittelpunkt der ukrainischen Krise, wenngleich sie symbolisch stets im Blickfeld waren.
2. Lenin (und die Bolschewiki) werden beschuldigt, einige russische Gebiete in den Bestand der Sowjet-Ukraine überführt zu haben, wovon kürzlich auch der Präsident der selbst proklamierten Russländischen Föderation V. Putin gesprochen hat. Das war damals jedoch unter völlig anderen Bedingungen geschehen: Ausgehend von der marxistischen These über das Proletariat als der historisch weiter fortgeschrittenen Kraft wurde das Ziel verfolgt, die kleinbürgerliche und bäuerliche Ukraine durch das proletarische Element zu stärken. Jetzt hat sich die historische Situation grundlegend geändert, Betrachtet man dies unvoreingenommen und vielleicht auch leicht zynisch, so trifftt dies auch noch auf die heutige Zeit zu, denn der Südosten der Ukraine ist noch immer jenes Gegengewicht, durch das verhindert wurde, dass die Ukraine zu einem ultrarechten Staat wurde.
3. Ein allgemeinerer Gedanke, der sehr deutlich während der ukrainischen Krise hervortrat und der die russischen Linken (wie gering ihre Zahl auch sein mag) erneut spaltete, ist das Problem der Wahl einer eigenen, der richtigen Seite. Und hier ist es wiederum Lenin, von dem eine Lehre ausgeht, die leider nicht von allen beherzigt wurde, weil die einen – man könnte sie bedingt „vulgäre Leninisten“ nennen – die Bedingungen des Jahres 1914 unkritisch auf die gegenwärtige Situation übertragen haben, das heißt, sie habendie Losung der „Niederlage der eigenen Regierung“ mechanisch auf die Situation von 2014 angewandt – und sich unvermeidbar im selben Lager befunden wie MacKain und Baronesse Ashton, die Bandera-Leute und die russischen neoliberalen El’cin-Anhänget [Jelzin], während die anderen – was nicht weniger bedauernwert ist – in einen patriotischen Taumel verfielen und dazu übergingen, das Putinregime mit seinen Oligarchen, Priestern und traditionellen, beinahe noch aus der Zeit vor Peter I. stammenden Werten zu unterstützen. Lenin jedoch hatte nicht zwischen den Romanovs oder Wilhelm, bzw. zwischen Kerenskij oder Miljukov gewählt, sondern eine völlig andere Weltkarte empfohlen, auf der für keinen der oben genannten Herrschaften Platz war. Wenn die heutigen Linken nicht fähig sind, jener vorbehaltlose Jäger zu sein, der die einen wie die anderen aus dem Wald jagt, so bedeutet das dennoch nicht, dass sie in einem fremden Krieg unter fremder Flagge in die Attacke gehen müssen. Viele sind ohnehin durch mangelnde Historizität geschädigt, — doch in der historischen Perspektive arbeitet die Zeit für die Linken und den Sozialismus, denn es gibt nichts Anderes, was dem Kapitalismus entgegen steht, obgleich diese Perspektive noch recht weit entfernt sein kann und nicht warten kann. Doch selbst dann ist es besser, das trockene Brot der Dialektik zu kauen, als zu reden, – was heißt: zu wählen, wenn es keine Wahl gibt.